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Kultur / Literatur
Schuppenhaut
Ein Liebesroman
Irena Brežná
Eine junge, ehrgeizige Psychologin
befragt im Auftrag eines Forschungsinstituts Menschen, die an Psoriasis
(Schuppenflechte) leiden, um die geheimnisvolle und unberechenbare
Krankheit mit wissenschaftlicher Genauigkeit in den Griff zu bekommen.
Aber die Krankheit entgleitet ihr. Insbesondere als sie sich in einen
ihrer Interviewpartner verliebt, ja süchtig wird nach der besonderen
Rauheit seiner Haut, deren Berührung sie in Ekstase versetzt. Doch die
Krankheit steht zwischen ihnen. Manisch sucht der Geliebte nach einem
Zusammenhang zwischen seinen Gefühlen und der Krankheit, verfolgt jede
Gefühlsregung auf seiner Haut und versucht die Flechtensprache zu
entziffern. Mehr und mehr zieht er sich von den Menschen zurück und
verkriecht sich in seiner Wohnung. Als er schließlich in seinen
Bewegungen ganz erstarrt und verstummt, lässt sie ihn los und gibt ihm
damit die Freiheit, sich zu seiner ureigenen Natur zu bekennen …
Für die Neuausgabe in der edition ebersbach hat Irena Brežná ihr 1989 erstmals erschienenes Buch vollständig überarbeitet.
erschienen 07/2010 im edition ebersbach
120 Seiten, gebunden
€D 16,80 / €A 17,30 / sFr 28,50
ISBN: 978-3-86915-025-3
Genre: Roman
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Die Ordnung der Mutter - Wege aus dem Patriarchat
Dokumentation des Internationalen MutterGipfels 2008
Uschi Madeisky
Was bedeutet die Tatsache, dass alles Leben von einer Mutter geboren
wird? Wie gehen matriarchale Gesellschaften damit um? Was würde eine
Gesellschaft auszeichnen, in deren Wertesystem Mütterlichkeit - d.h.
Fürsorglichkeit für alles Lebendige - an erster Stelle steht?
VertreterInnen heutiger matriarchaler Gesellschaften und namhafte
Referentinnen aus aller Welt berichten von ihren Erkenntnissen und
Erfahrungen. Zahlreiche Fotos vermitteln Eindrücke von der lebendigen
Atmosphäre des Kongresses, auf dem sich rund 500 Frauen in Karlsruhe
trafen, um ihren Visionen von einer besseren Gesellschaft auch mit
Tänzen, Meditationen, Ausstellungen und Infoständen nachzuspüren und in
vielen Gesprächen zu konkretisieren.
Mit Beiträgen von: Kirsten Armbruster, Veronika Bennholdt-Thomsen, Isabelle My Hanh Derungs, Gudrun Frank-Wissmann, Heide Göttner-Abendroth, Malika Grasshoff/Makilam, Cécile Keller, Annette Kuhn, Siegrun Laurent, Tricia Laurent, Uschi Madeisky, Dagmar Margotsdotter-Fricke, Marina Meneses, Luisa Muraro, Christa Mulack, Andrea O’Reilly, Li Shalima, Mariam Irene Tazi-Preve, Genevieve Vaughan, Wengji Wang.
Buch bestellen Rezensionsexemplar
Mariannes Vermächtnis
oder wie mir meine Mutter die Freiwirtschaft vererbte
Wera Wendnagel
Die Hoffnung auf die Veränderbarkeit der Verhältnisse geleitete eine
Mutter und ihre Tochter durch die Wirren des Krieges. Die Kraft, mit der
sie der politischen Verfolgung durch die Nationalsozialisten trotzten
und ihre eigenen Wege gingen, gründete in ihrer Überzeugung von einem
alternativen Wirtschaftsmodell jenseits von Kapitalismus und
Sozialismus. »Letzte Politik«, das war für das Mädchen Wera anfangs nur
eine Art Spiel. Ein Denkspiel, das schon im bildungsbürgerlichen,
philosemitischen Elternhaus ihrer Mutter Marianne aufgekommen war und
das mit den Namen »Silvio Gesell« und »Freiwirtschaft« zusammenhing. Ein Spiel, das bald von der politischen Verfolgung der Eltern und den
Kriegsereignissen weggewischt wurde, die Wera mit verschiedenen
Weltanschauungen - von Anarchie über Faschismus bis hin zu
Anthroposophie - konfrontierten und sie als junge Frau schließlich nach
Argentinien verschlugen. Die Liebe führt Wera einige Jahre später nach
Deutschland zurück, wo sie ihre zum Pflegefall gewordene Mutter betreut.
Der nach wie vor geistig regen Frau gelingt es, die Tochter nun
ernsthaft für das scheinbar rein familiäre »Denkspiel« über ökonomische
Zusammenhänge zu interessieren.
Wera Wendnagel widmet sich bio- und autobiografisch einem spannenden und
topaktuellen Thema - gerade auch in der gegenwärtigen
Weltwirtschaftskrise ...
Buch bestellen Rezensionsexemplar
Du bist nicht mehr meine Freundin
Wenn Frauenfreundschaften enden
Sylvia Rosenkranz-Hirschhäuser
So unentbehrlich wie die Luft zum Atmen: Freundinnen sind treue
Gefährtinnen in allen Lebenslagen. Doch eines Tages brauchen wir frische
Luft, schlagen neue Wege ein und die Freundin gerät ins Hintertreffen
oder auch ganz aus dem Blick und aus unserem Leben. Mitunter geschieht
das in einem heftigen Streit, häufiger eher schleichend und unbemerkt.
Und eines Tages steht dann ein Satz im Raum, der zumeist unausgesprochen
bleibt: »Du bist nicht mehr meine Freundin«.
In gesammelten,
persönlichen Texten sprechen Frauen den Satz auf ihre Weise aus. Sie
berichten darüber, was der Auslöser dafür war, dass eine Freundinnenschaft
endete, und wie sie mit der Trennung umgehen. Dabei formulieren sie
durchaus auch Varianten der Kernaussage. Sie reichen von »Blöde Kuh!«
bis: »Ich danke dir, dass du meine Freundin warst und ich dich ein Stück
deines Weges begleiten durfte!«
Buch bestellen Rezensionsexemplar
Das Leben, von dem sie träumten
Shamim Sarif
Boston, November 2000. Alexander Iwanow, Ende 60, will sich aus dem Geschäftsleben zurückziehen und sein Catering-Imperium an die kühle, karriereorientierte Melissa Johnson verkaufen. Zufällig lernen Alexander und seine Nichte Lauren Melissas Mutter Estelle kennen, die seit über 30 Jahren mit einem Literaturprofessor verheiratet ist. Alexander und Estelle kommen sich näher, und sie kann ihn dazu bewegen, ihr seine Lebensgeschichte zu erzählen: Während des Kalten Krieges hat der junge Alexander in Moskau als überzeugter Kommunist Karriere in der Regierung gemacht. Auf einer Feier lernt er Katja kennen - heimliche Regimegegnerin und darauf angesetzt, ihn zu bespitzeln. Doch dann verlieben sich die beiden ineinander und heiraten. Katja gesteht Alexander ihr doppeltes Spiel, und eine verhängnisvolle Entwicklung nimmt ihren Lauf … Alexander gelingt es, sich in die USA abzusetzen, doch Katja kommt bei ihrem Fluchtversuch ums Leben. Die näheren Umstände ihres Schicksal bleiben im Dunkeln. Bis Alexanders Nichte Lauren sich im Jahre 2000 auf die Spurensuche macht - sie will das Rätsel um Katjas Tod aufklären. Estelles Tochter Melissa, die schließlich begreift, dass das Leben nicht nur aus beruflichen Notwendigkeiten besteht, schließt sich ihr an. Die beiden Frauen reisen nach Moskau und bringen in Erfahrung, welche Tragödie sich damals abgespielt hat …
»Das Leben, von dem sie träumten« ist ein spannender, einfühlsam erzählter Roman um Liebe und Schuld, Freundschaft und Verrat vor der Kulisse des Kalten Krieges.
Aus dem Englischen übersetzt von Andrea Krug.
Buch bestellen Rezensionsexemplar
Stadt der Engel
oder The Overcoat of Dr. Freud
Christa Wolf
Los Angeles, die Stadt der Engel: Dort verbringt die Erzählerin Anfang
der Neunziger einige Monate auf Einladung des Getty Center. Ihr
Forschungsobjekt sind die Briefe einer gewissen L. aus dem Nachlaß einer
verstorbenen Freundin, deren Schicksal sie nachspürt - eine Frau, die
aus dem nationalsozialistischen Deutschland in die USA emigrierte. Sie
beobachtet die amerikanische Lebensweise, taucht ein in die
Vergangenheit des »New Weimar unter Palmen«, wie Los Angeles als
deutschsprachige Emigrantenkolonie während des Zweiten Weltkriegs
genannt wurde. Ein ums andere Mal wird sie über die Lage im
wiedervereinigten Deutschland verhört: Wird der »Virus der
Menschenverachtung« in den neuen, ungewissen deutschen Zuständen
wiederbelebt?
In der täglichen Lektüre, in Gesprächen, in Träumen stellt sich die
Erzählerin einem Ereignis aus ihrer Vergangenheit, das sie in eine
existentielle Krise bringt und zu einem Ringen um die Wahrhaftigkeit der
eigenen Erinnerung führt.
Das neue Buch von Christa Wolf ist auch autobiographische Prosa:
Sie erzählt von einem Menschenleben, das drei deutschen Staats- und
Gesellschaftsformen standhält, von einer Auseinandersetzung mit der
eigenen Geschichte, von der Kunst, sich zu erinnern.
erschienen 06/2010 im Suhrkamp Verlag
416 Seiten, gebunden
€D 24,80 / €A 25,50 / sFr 37,90
ISBN: 978-3-518-42050-8
Genre: Roman
Buch bestellen Rezensionsexemplar
Drei starke Frauen
Marie NDiaye
Den neuen Roman der »ungewöhnlichsten Schriftstellerin Frankreichs«
beschrieb die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung in den knappen und
präzisen Worten: Er handle »von drei vollkommen unterschiedlichen
Frauen, die sich von den Schwierigkeiten des Lebens nicht unterkriegen
und von ihren Mitmenschen nicht demütigen lassen«. Die vierzigjährige
Norah gibt dem Drängen ihres Vaters nach und besucht ihn in Dakar: Die
Juristin soll ihren Bruder aus dem Gefängnis holen. Das schwierige
Treffen mit dem Vater führt die Frau an den Rand des Wahnsinns. Fanta
hat im Unterschied zu Norah Dakar verlassen, um ihrem Ehemann Rudy in
die französische Provinz zu folgen. Sie gibt sich dort vor Langeweile
auf, so meint Rudy, durch dessen Perspektive wir von Fanta erfahren -
doch ihm entgeht Entscheidendes. Von Afrika aus betrachtet erscheint ihre Existenz geradezu luxuriös und begehrenswert, weshalb Khady, die junge Afrikanerin, illegal nach Frankreich einzuwandern sich bemüht - doch sie endet, tot, an Grenzen.
Drei Lebensläufe, drei starke Frauen, die ihre Würde
verteidigen, indem sie sich im entscheidenden Moment weigern, so zu
handeln, wie es die Umgebung verlangt
Aus dem Französischen übersetzt von Claudia Kalscheuer.
Buch bestellen Rezensionsexemplar
Über mich sprechen wir ein andermal
Edna Mazya
Nomi, Verlegerin aus Leidenschaft in
Tel Aviv, reist nach Wien zu ihrem Freund Kirin, einem bekannten
Theaterregisseur, um sich über die Beziehung zu ihm Klarheit zu
verschaffen. In Wien begegnet sie überall den Spuren ihrer Familie, denn
hier wuchs ihre Großmutter Ruth Stein auf, deren Tagebücher immer noch
ungelesen auf Nomis Speicher in Tel Aviv liegen. Sie lässt sie sich
schicken und begibt sich auf eine Reise in die eigene
Familiengeschichte, von der sie sich bisher unberührt glaubte: Ihre
Großmutter Ruth, eine ebenso glamouröse wie exzentrische Frau, hatte
Ehemann und Tochter vernachlässigt, um sich der rauschhaften Beziehung
zu Robert, ihrer großen Liebe, hingeben zu können. Als die Beziehung
scheitert und die Pogrome in den Dreißigerjahren in Deutschland
zunehmen, muss die Familie nach Palästina fliehen. Ruth kommt das nicht
ungelegen, denn es ist ihre einzige Hoffnung, Robert jemals
wiederzusehen. Sie stellt jedoch schnell fest, dass sie in Palästina
immer eine Fremde bleiben wird, und als ihre Tochter Anuschka, die
Mutter Nomis, sich in eine fatale Liebesbeziehung mit Folgen für alle
stürzt, droht ihr Leben beinahe auseinanderzubrechen.
Eine deutsch-jüdische Familie, drei Frauengenerationen und ihr Kampf um
Unabhängigkeit und Lebensglück - mit einem Gespür vor allem für die komischen Seiten der
Verzweiflung schreibt Edna Mazya in ihrem Roman über drei selbstbewusste
Frauen, die die Schwächen ihrer Mütter zwar verachten, deren Fehler
aber trotzdem wiederholen.
Taschenbuchausgabe des 2008 erschienenen Hardcover-Bandes. Aus dem Hebräischen übersetzt von Stefan Siebers.
Buch bestellen Rezensionsexemplar
Liebe, Lust und Last
Die Pille als weibliche Generationserfahrung in der Bundesrepublik 1960-1980
Eva-Maria Silies
Die Markteinführung der Pille in der Bundesrepublik Deutschland 1961 eröffnete
Frauen und jungen Mädchen neue Wege bei der Familienplanung und im
Sexualverhalten: Die Verhütung wurde sicherer, die Anwendung einfacher,
und die Verantwortung lag nun bei ihnen. Zugleich wurde öffentlich
darüber debattiert, ob und wie die Pille die Sexualmoral der jungen
Generation veränderte; moralische Bedenken prallten auf die Forderung
nach sexueller Selbstbestimmung. Als mit der Frauenbewegung Anfang der 1970er Jahre das Private politisch wurde, forderten viele Frauen ein Umdenken in Bezug auf die
Geschlechterrollen. Sie entwickelten ein neues Körperbewusstsein,
infolgedessen sie die Pille wiederum häufig ablehnten.
Die sexuellen und körperlichen Erfahrungen der Frauen, die in den 1960er
Jahren mit der Pille verhüteten, unterschieden sich grundlegend von
denen ihrer Mütter. Die Möglichkeiten der Pille waren eine stille
generationelle Erfahrung, die Frauen mindestens so sehr prägte wie das
politische Geschehen dieser Zeit, und die ihr Verhältnis zur Generation
ihrer Mütter und zu Männern neu definierte
Reihe: Göttinger Studien zur Generationsforschung. Veröffentlichung des DFG-Graduiertenkollegs »Generationengeschichte«. Band 04
Buch bestellen Rezensionsexemplar
Klassikerinnen des modernen Feminismus
Philosophinnen Band 24
María Isabel Peña Aguado - Bettina Schmitz
Sechs Vordenkerinnen der feministischen Philosophie präsentieren sich in einem Band. Elisabeth
List, Carola Meier-Seethaler, Herta Nagl-Docekal, Luise F. Pusch, Senta
Trömel-Plötz und Brigitte Weisshaupt sind längst zu Klassikerinnen
geworden. Ihre Visionen lieferten die Grundlage für gesellschaftliche
und politische Veränderungen. Nicht
nur die Kritik der vorherrschenden philosophischen Lehren, sondern den
Entwurf neuer hatten sich diese Feministinnen auf die Fahne geschrieben.
Immer noch aktuell sind die Themen:
• Kritik an der männlichen Dominanz in Gesellschaft und Wirtschaft
• ganzheitliches Denken gegen Leib-Seele-Spaltung
• Fürsorglichkeit als moralische Norm
• die Beziehung von Mensch und Wissen
• Kritik des Machtgefüges in den Wissenschaften
• weibliches Sprechen und Schreiben
• kritische Analyse der kulturellen Entwicklung
Der
Titel »Klassikerinnen des modernen Feminismus« enthält zahlreiche
Schlüsseltexte der feministischen Philosophie. Ergänzt werden sie durch
eine ganz persönliche Rückschau jeder Autorin. Eine Rückschau auf ihr
Leben, auf ihre Arbeit, auf die Schwierigkeiten, von denen Frauen bis
heute nicht frei sind.
Buch bestellen Rezensionsexemplar
Letzte Warnung
Franziska Becker
Wie alles anfing? Mit einer letzten Warnung von Göttin: »Ada und Eva!
Wenn ihr nicht gehorcht, mache ich einer von euch beiden einen Schniepel
zwischen die Beine!« So entstand der kleine Unterschied, dessen
Folgewirkungen zur Grundlage einer großen Cartoonistinnen-Karriere
wurden. Seit 1976, seit ihrer ersten Bildergeschichte in Emma, einer
Brigitte-Parodie »Frau Knöbel macht das Beste aus ihrem Typ«, begleitet
Franziska Becker unseren feministischen Alltag, seine Highlights genauso
wie seine Niederungen, mit Witz, Ironie und Selbstironie ohne ihre
Zeichnungen ist der Alltag seitdem nicht mehr auszuhalten. Ob es um die
»weibliche Komödie« oder um »Neue Herbsttrends«, um »Dr. Minni Metzel,
die Ärztin, der Männer vertrauen«, die »Neuen Väter« oder »Die Stimme
des Blutes«, ob es um »Frauensportarten«, »Krisenmanagement« oder die
»Neue Hartzlichkeit« geht, ihre Zeichnungen, ihre Geschichten wirken
mühelos in ihrer Pointenfülle und Detailfreude, sie sind burlesk und
virtuos.
Die »Letzte Warnung« versammelt das Beste und Neueste aus
Franziska Beckers Werk, im Original zu sehen in einer großen
Ausstellung im Caricatura Museum in Frankfurt von 27. Mai bis 19.
September 2010.
Buch bestellen Rezensionsexemplar
Das Theater mit dem Gender
10 Jahre KosmosTheater
Johanna Dohnal - Susanne Riegler
Virginia Woolf forderte in ihrem 1929 erschienenen Buch »Ein Zimmer für sich
allein« einen privaten Raum ein. Woolfs Werk bildete eine wesentliche Grundlage
für die von den Feministinnen gestellte Forderung nach Autonomie und Frauenräumen
- kollektiven Orten für Frauen wo diese selbstbestimmt agieren können.
Diese Forderung war auch die Patin des Wiener KosmosTheaters, das am
Internationalen Frauentag 2010 seinen 10. Geburtstag feierte.
Das Jubiläumsbuch ist eine Dokumentation über ein wichtiges und aufregendes Kapitel der österreichischen Frauen- und Kulturpolitik in deren Mittelpunkt der zähe, noch lange nicht ausgestandene Kampf um ein paar Quadratmeter »Frauenraum« steht, »um überhaupt sein zu dürfen was man schon ist«, wie Elfriede Jelinek es formulierte. Doch Bescheidenheit war nicht die Zier der »Kosmos«-Frauen: Mit viel Erfindungsreichtum, Kampfgeist, Gewitztheit und Ausdauer haben sie den Kampf gegen an
feministischer Kunst desinteressierte PoltikerInnen und beamtete
KunstexpertInnen aufgenommen und ausgefochten. An dessen vorläufigem Ende steht
die Umsetzung einer Vision, eine Bühne auf der innovatives Theater dargeboten
wird.
In dem Buch geht es sowohl um die theoretische wie praktische Auseinandersetzung mit dem Thema »feministisches Theater« und um die Diskurse darüber, die nach wie vor fast ausschließlich in feministischen Zirkeln geführt werden. Diskurse, die von den Medien ignoriert werden, vermutlich, weil dadurch zu vieles in Frage gestellt werden müsste. Die In-Frage-stellenden Regisseurinnen, Autorinnen und Darstellerinnen
die im »Kosmos« mit ihren Aufführungen das patriarchale, aristotelische Theater
aufbrechen, werden in Kurzporträts vorgestellt. Aber nicht nur das Schaffen von
Kunst ist Thema des Buches sondern auch das »Schaffen« und Durchhalten der
sozialen Situation, die für Künstlerinnen alles andere als rosig ist, wie der
Alltag und die Statistiken beweisen.
Buch bestellen Rezensionsexemplar
Schwester Tod
Weibliche Trauerkultur - Abschiedsrituale, Gedenkbräuche, Erinnerungsfeste
Erni Kutter
Frauen trauern anders - Dieses konkurrenzlose Begleitbuch aktiviert den
reichen Erfahrungsschatz alter Traditionen, Mythen und Märchen. Rituale
und Bräuche eines nur scheinbar vergangenen weiblichen Wissens
unterstützen Frauen in ihrem Umgang mit Tod und Trauer. Gekonnt
verbindet die Autorin religions- und kulturgeschichtliche Informationen
mit Vorschlägen für eine heute stimmige Trauerkultur
Erni Kutter, geb. 1947, Dipl.-Sozialpädagogin, war von 1981 bis 2006
Leiterin der Fachstelle für Alleinerziehende und Frauenarbeit im Evangelischen
Dekanatsbezirk München. Heute freiberuflich in den Bereichen
Erwachsenen- und Frauenbildung tätig. Seit 20 Jahren beschäftigt sie
sich mit Frauengeschichte, Kulturanthropologie, Mythologie
und spirituellen Frauentraditionen unseres Kulturkreises. Langjährige
Praxiserfahrung in Krisenberatung, Bildungsarbeit sowie Tanz- und
Ritualgruppen.
Buch bestellen Rezension lesen
Valencia
Michelle Tea
Valencia ist eine temporeiche
Erzählung über die lesbische Subkultur San Franciscos und ein
Schlüsselwerk der
queer-feministischen Bewegung. Der Verlag Zaglossus
eröffnet mit diesem Buch sein Programm, das auf Literatur, die
insbesondere die Vielfalt unterschiedlicher Lebensweisen sichtbar macht,
ausgerichtet ist.
Mit
entblößender Ehrlichkeit und Unmittelbarkeit beschreibt Michelle Tea in
diesem preisgekrönten
Werk in unkonventioneller poetischer Sprache das Lebensgefühl der
aufblühenden
Riot Grrrl-Szene und eröffnet einen einzigartigen Einblick in ihr Leben
zwischen Slam Poetry-Veranstaltungen, exzessiven Partys, politischem
Aktivismus
und der Suche nach der Wahrheit in der Liebe
Aus dem amerikanischen Englisch übersetzt von Nicole Alecu de Flers und Katja Langmaier.
Buch bestellen Rezensionsexemplar
Allah und der Regenbogen
Ulrike Karner
Die siebzehnjährige Muslimin Ebru verliebt sich - in eine junge Frau.
Die Tochter türkischer ImmigrantInnen ist über sich selbst wohl am meisten
erschrocken. Was sagt Allah dazu, mit dem sie in ihrem Tagebuch rege
korrespondiert? Und soll sie es wagen, ihren Überzeugungen und Gefühlen
zu folgen? Neugierig, aber voller Angst und Zweifel erkundet Ebru die
Liebe zu ihrer Freundin. Auf keinen Fall aber dürfen die Eltern und
Bruder Tarik etwas von ihren Neigungen erfahren ... Zum Glück hat Tarik
momentan nur seine neue Flamme Lena im Kopf. Allerdings böte auch sie in
den Augen der muslimischen Familie genug Stoff für einen handfesten
Skandal, denn Lena hat zwei Mütter - und die sind ein Liebespaar!
Die Wiener Autorin Ulrike Karner macht es Menschen leichter, über
Tellerränder hinauszuschauen und mehr Toleranz zu üben. Ein lebendiger
Erzählfluss, vermischt mit Tagebucheinträgen, Briefen, Mails,
Telefonaten und Chats, lädt dazu ein, den spannenden Entwicklungen
dieser doppelten Liebesgeschichte muslimischer Geschwister zu folgen.
Buch bestellen Rezensionsexemplar
Marie anderswie
Carolin Schairer
Mal ist sie scheu und zickig, dann wieder fällt sie mit der Tür ins
Haus. Oder schweigt die ganze Zeit und findet hinterher das Gespräch
ungeheuer anregend. Diese Marie ist wirklich seltsam und nicht die Frau,
mit der man freiwillig einen ganzen Tag verbrächte ... Anfangs tut die
junge Studentin Sarah bloß ihrem Vater einen Gefallen, als sie dessen
wichtige neue Mitarbeiterin durch Wien führt - doch mehr und mehr
erfasst sie eine rätselhafte Zuneigung zu der verschlossenen Marie. Die
lebensfrohe, kontaktfreudige Sarah gibt sich alle Mühe mit der
Wissenschaftlerin, doch Marie bleibt unzugänglich und introvertiert -
allerdings macht sie ihrer jungen Begleiterin überraschende erotische
Avancen. Und offenbart Sarah schließlich, dass sie unter dem Asperger
Syndrom, einer Sonderform von Autismus, leidet. Tastend lässt sich Sarah auf ihre erste Frauenbeziehung ein und erlebt
aufregende Momente mit ihrer oft schwierigen Partnerin. Doch bald
wachsen Zweifel: Ist Marie überhaupt fähig, sie zu lieben, so wie sie
Marie liebt? Welche Bedeutung hat eine Liebesbeziehung für eine Frau mit
emotionaler und sozialer Beeinträchtigung? Eine Videoinstallation, die
Sarah in einer Kunstmesse entdeckt, vermittelt ihr ein Bild davon, wie
die Hürden zu meistern wären. Allerdings muss dabei nicht nur Marie noch
viel an sich arbeiten - auch Sarah wächst daran, eine lesbische
Beziehung zu einer Behinderten zu leben und damit doppelt von der Norm
abzuweichen.
Mit ihrem neuen Roman hat Carolin Schairer auf sensible Weise das große
Thema »Behinderung« mit dem Coming-out einer jungen Erwachsenen verwoben
und liefert damit eine in doppelter Hinsicht spannende Geschichte, die
die Leserinnen im Flug durch die Seiten des Buches trägt.
Buch bestellen Rezensionsexemplar
Letzte Schicht
Dominique Manotti
Ein Städtchen in Lothringen, ein Tal voller stillgelegter Eisenhütten.
Hier arbeitet Rolande Lepetit am Fließband einer Daewoo-Fabrik, die sich
mit EU-Zuschüssen knapp über Wasser hält. Doch die Unfälle häufen sich,
die Stimmung ist explosiv. Nach einem weiteren Zwischenfall geht die
Belegschaft auf die Barrikaden. Plötzlich steht das Werk in Flammen!
In Paris wird derweil über die Privatisierung des Elektronik- und
Rüstungskonzerns Thomson entschieden. Als Matra-Daewoo grünes Licht für
die Übernahme erhält, holt die Konkurrenz zum Gegenschlag aus. Ein
Krisenstab soll kompromittierendes Material ausgraben, die jüngsten
Ereignisse in der Daewoo-Fabrik könnten sich eignen. Also schickt man
Charles Montoya nach Lothringen, einen Privatdetektiv, der mit allen
Wassern gewaschen ist ...
Erpressung, Manipulation, Mord - die Gegner in diesem
Mega-Monopoly schrecken vor nichts zurück. Lebendige Miniaturen von
kleinen Leuten und skrupellosen Machern verbinden sich zu einem
handfesten Wirtschaftsthriller, dessen realen Hintergrund die
Machenschaften um den Verkauf des französischen Staatskonzerns Thomson
bilden.
Aus dem Französischen übersetzt von Andrea
Stephani.
Buch bestellen Rezensionsexemplar
Ebenholz
Rosa Yassin Hassan
Die Protagonistinnen in Ebenholz sind fünf Frauen. Eine Truhe aus Ebenholz begleitet das Leben der Frauen aus fünf Generationen: Urgroßmutter, Großmutter, Mutter und Tochter. Sie waren verträumt, verliebt, rebellisch und gebildet. Dennoch müssen alle den gleichen Kampf in einer patriarchalischen Gesellschaft ausfechten, bedienen sich jedoch unterschiedlicher Mittel. Die Urenkelin Angela führt uns durch das Leben der Frauenlinie, die bis in die Zeit der osmanischen Herrschaft in Großsyrien zurückreicht. Authentisch beschreibt Rosa Yassin Hassan eine Zeitgeschichte ihres Landes im 20. Jahrhundert, doch zart und einfühlsam zeichnet die Autorin ihre Frauenfiguren.
Der Roman sorgte bei seinem Erscheinen für Aufsehen. Das syrische Kulturministerium hatte ihn zwar mit dem zweiten Preis, dem »Hanna Mina Preis« für junge Romanautoren ausgezeichnet, hat jedoch in der arabischen Ausgabe einige Passagen gestrichen, die sich mit Sexualität befassen.
Der Alawi Verlag veröffentlicht das unzensierte Originalmanuskript. Aus dem Arabischen übersetzt von Riem Tisini. Leineneinband mit Prägung.
erschienen 03/2010 im Alawi Verlag
289 Seiten, gebunden
€D 19,90 / €A 20,50 / sFr 35,20
ISBN: 978-3-941822-02-3
Genre: Roman Weltweit
Buch bestellen
Wiedergeboren
Tagebücher 1947-1963
Susan Sontag
Bereits mit fünfzehn vertiefte sie sich in Rilke und Gide, mit siebzehn heiratete sie ihren Professor: Susan Sontag war eine ungewöhnliche Frau. Ihr Lebenshunger und ihre unstillbare Wissbegierde führten die junge Intellektuelle von Kalifornien nach Chicago, später nach Paris und New York. Die frühen Tagebuchnotizen der Kunstbegeisterten bieten unvermutete Einblicke in ihre widersprüchliche Persönlichkeit: Das Private - ihre Ehekrise, ihre Liebschaften und ihre Homosexualität - sind der Anlass für weitreichende, tiefsinnige Betrachtungen.
Ihr intimes Selbstporträt ist das Zeugnis eines einzigartigen intellektuellen Werdegangs und gleichzeitig ein Zeitdokument ersten Rangs.
Aus dem Englischen übersetzt von Kathrin Razum.
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Orientreisen
Reportagen aus der Fremde
Annemarie Schwarzenbach
Vier Mal fährt Annemarie Schwarzenbach, nach eigenen Worten eine »unheilbar Reisende», in den Orient. Die erste Reise führt sie 1933/34 in den Nahen Osten, wo sie unter anderem an archäologischen Ausgrabungen teilnimmt. Mehrmals bereist sie den Iran (das damalige Persien), 1939 folgt die legendäre, zusammen mit Ella Maillart unternommene Autotour nach Afghanistan. Es ist ein andauerndes »Go East«, das sie durch Anatolien und den Vorderen Orient bis zu den Ruinen von Persepolis führt, in orientalische Metropolen wie Bagdad oder Teheran, schließlich bis in die Wüsten Turkestans und die Hohen des Hindukusch.
Eine Mischung von historischen und aktuellen »facts» vor dem Hintergrund des Ausbruchs des Zweiten Weltkrieges mit erzählerischen, poetischen Partien und der Widergabe eigener, durchaus auch krisenhafter Befindlichkeiten machen den Reiz und auch die Besonderheit dieser Reiseprosa aus.
Die hier versammelten Reisereportagen wurden in den Dreißigerjahren ausnahmslos in der Schweiz veröffentlicht und werden hier zum Teil erstmals wieder nachgedruckt.
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